mit Christof Straub verliert Österreich einen Musiker, Songwriter, Produzenten und Ideengeber, der die heimische Poplandschaft über Jahrzehnte mit feinem Gespür, großer Musikalität und bemerkenswerter Offenheit geprägt hat.

 

ar/ hamkumst.net 15.09.26 Der Wiener Künstler ist am 9. September 2026 im Alter von nur 57 Jahren unerwartet verstorben. Sein Tod hinterlässt eine schmerzliche Lücke – bei Familie, Wegbegleitern und einem Publikum, für das seine Musik zu einem festen Teil österreichischer Popgeschichte wurde.

Straub wurde vor allem als Mitbegründer des Duos Papermoon

( youtube)  bekannt. Gemeinsam mit der Sängerin Edina Thalhammer fand er Anfang der 1990er-Jahre eine eigene, unverwechselbare Sprache: zurückhaltend, poetisch und international klingend, zugleich nahbar und emotional. Während Thalhammer Papermoon ihre prägnante Stimme gab, prägte Straub den Klang durch Komposition, Gitarre und musikalische Gestaltung. Bereits der erste Song, „Tell Me a Poem“, machte das Duo bekannt. Das 1993 erschienene Debütalbum verkaufte sich mehr als 100.000 Mal – ein außergewöhnlicher Erfolg für eine österreichische Produktion.

Papermoon stand für Pop, der nicht auf schnelle Effekte angewiesen war. Die Lieder lebten von Melodie, Atmosphäre und einer stillen, oft chansonhaften Eleganz. Gerade „Tell Me a Poem“ wurde zum bleibenden Symbol dieser besonderen Verbindung aus internationalem Anspruch und österreichischer Eigenständigkeit. Es folgten weitere Alben, 2006 erhielt Papermoon für „True Love“ den Amadeus Austrian Music Award. Zum 20-jährigen Bestehen veröffentlichte das Duo noch das neunte Studioalbum „Wake!“.

Doch Christof Straub war weit mehr als ein erfolgreicher Teil von Papermoon. Nach der Trennung des ursprünglichen Duos im Jahr 2014 suchte er neue Wege, Musik und Förderung miteinander zu verbinden. Mit Global Rockstar gründete er eine Plattform, über die Privatpersonen direkt in die Laufbahn junger Musiker investieren konnten. Dahinter stand eine Haltung, die ihn auszeichnete: Musik sollte nicht nur bewundert, sondern auch ermöglicht werden. Junge Künstlerinnen und Künstler sollten eine reale Chance erhalten, gehört zu werden und ihre Karriere aufzubauen.

Auch abseits der Bühne setzte Straub wichtige Impulse. Er engagierte sich rund um den Eurovision Song Contest, wirkte bei der Auswahl von Österreichs Teilnehmer Nathan Trent für 2017 mit und war gemeinsam mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk San Marinos an der Kandidatenauswahl beteiligt. Besonders eng war seine Unterstützung für seine Tochter Zoë Straub, die Österreich 2016 beim Eurovision Song Contest vertrat. Ebenso begleitete und förderte er Nachwuchsmusiker wie den Salzburger Sänger Chris Steger.

Sein künstlerisches Vermächtnis liegt deshalb nicht allein in Liedern, Auszeichnungen oder Verkaufszahlen. Es liegt in einer Vorstellung von Musik als Begegnung: zwischen Stimme und Komposition, zwischen etablierten Künstlern und neuen Talenten, zwischen persönlicher Poesie und einem breiten Publikum. Christof Straub verstand es, leise Töne hörbar zu machen – und anderen den Raum zu geben, ihre eigene Stimme zu finden.

Österreich nimmt Abschied von einem Künstler, der Popmusik mit Haltung gemacht hat. Seine Kompositionen, sein Engagement und der besondere Klang von Papermoon werden weiterleben. Christof Straub bleibt als Musiker in Erinnerung, der nicht den lautesten Weg wählte, aber einen unverwechselbaren.

https://hamkumst.net/artists/landesweit-musiker/papermoon.html 

 

Artikel in Medien: 

https://youtu.be/ Krone Bericht

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 https://www.krone.at/4294194

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